Erhöhung der Effektivhonorare kommt in den nächsten Vergütungstarifvertrag

21. April 2017

Die Erhöhung der tatsächlich gezahlten Vergütungen (Effektivhonorare) für arbeitnehmerähnliche Freie wird künftig in einem Tarifvertrag geregelt. Das ist das Ergebnis komplizierter Verhandlungen der Gewerkschaften mit der MDR-Geschäftsleitung am gestrigen 20. April 2017 in Leipzig. Der Inhalt der im Anschluss an die Verhandlung protokollierten Vereinbarung wird in den 6. Änderungstarifvertrag zum Tarifvertrag über die Mindestvergütungen aufgenommen, der ab 4. Mai 2017 zwischen den Tarifpartnern verhandelt wird.

mdrfrei vorn

Der MDR sagte eine Anhebung der Honorarsätze um 2,5 Prozent ab 01.04.2017 für Werks-, Tages- und Schichtleistungen zu, die im vergangenen Kalenderjahr mit einem standardisierten Honorar vergütet worden sind. Die Auszahlung des Steigerungsbetrags erfolgt erst zum Zeitpunkt der Inkraftsetzung des noch zu verhandelnden Änderungstarifvertrages. Die weitere lineare Anhebung der Mindesthonorare und tatsächlich gezahlten Vergütungen (Effektivhonorare) ist Gegenstand der Verhandlungen ab dem 4. Mai.

Von einem standardisierten Honorar wird ausgegangen, wenn einer/einem Freien für die jeweilige Tätigkeit in einer Kostenstelle bei gleicher Leistung in gleicher Qualität mindestens 12 Mal das gleiche Honorar gezahlt worden ist. Die 12 wertgleichen Honorare können auch erreicht werden, wenn die/der Freie aus Gründen die Kostenstelle wechselte, die er nicht zu vertreten hat. Bei vorübergehenden Auszeiten, wie beispielsweise eine Langzeiterkrankung oder die Inanspruchnahme von Elternzeit, gelten die 12 Monate vor Beginn der Auszeit als Betrachtungszeitraum für die 12 wertgleichen Honorare.

Die/Der Freie kann die Dynamisierung ihrer/seiner standardisierten Honorare durch eine von MDR und Gewerkschaften paritätisch besetzten Schiedsstelle prüfen lassen.

Diese Vereinbarung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Gremien der Tarifvertragsparteien.

Die Gewerkschaften DJV und verdi

Effektivhonorare werden steigen

4. April 2017

Verhandlungsergebnis für Dynamisierung erzielt

Am 31. März 2017 haben sich die Verhandlungskommissionen der Gewerkschaften und der Geschäftsleitung des MDR im Grundsatz auf die Dynamisierung der Effektivhonorare für arbeitnehmerähnliche Freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (12a-Freie) ab dem Jahr 2017 geeinigt. Der Streit um den Nachhaltigkeitsfaktor, den die Gewerkschaften mit 4,4 Prozent und die Geschäftsleitung mit 2,1 Prozent beziffert hatten, wurde mit einem Kompromiss beigelegt. Dieser besagt, dass ab 2017 die Effektivhonorare um 2,5 Prozent erhöht werden.

Somit ist gesichert, dass ab der jetzt bevorstehenden Tarifrunde die prozentualen Tariferhöhungen zur Anhebung der Mindesthonorare und der darüber hinaus gezahlten Vergütungen der Freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen.

Neben den Schichthonoraren werden auch sogenannte „standardisierte Werkshonorare“ in die Dynamisierung der Effektivhonorare einbezogen. Voraussetzung sind mindestens zwölf wertgleiche Honorare für die jeweilige Werkleistung im Jahr 2016.

Die Gewerkschaften werten es als wichtigen Erfolg, dass damit der tarifliche Einstieg in ein neues gerechteres System der Honorarerhöhungen gelungen ist und damit die Übergangsphase mit den umstrittenen jährlichen Einmalzahlungen, die in der Vergangenheit nicht oder nur teilweise dynamisiert waren, beendet werden konnte.

Für eine abschließende Verhandlungsrunde am 20. April 2017 wird der MDR einen Tarifvertragsentwurf vorbereiten. Das erzielte Ergebnis muss noch durch das Direktorium des MDR bestätigt werden und steht auch unter dem üblichen Gremienvorbehalt.

Die Gewerkschaften DJV und verdi

Tarifinfo Effektivhonorare

 

Altersversorgung: Verhandlungen gehen weiter

7. März 2017

Die Verhandlungen zur Altersversorgung in den ARD-Anstalten sollen demnächst fortgesetzt werden. In einer Stellungnahme des DJV positioniert sich Benno Pöppelmann zu einem Informationsschreiben der Intendanten.

Mehr zum Thema

Honorar-Dynamisierung weiter unklar

3. März 2017

Ohne Annäherung der Positionen beim Nachhaltigkeitsfaktor endete am gestrigen 2. März 2017 die vierte Verhandlungsrunde zur Dynamisierung der Effektivhonorare für die Freien Mitarbeiter des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Die Geschäftsleitung der Dreiländeranstalt beharrte auf ihrem Standpunkt, beim Modellwechsel nicht mehr als 2,1 Prozent auf die derzeit gezahlten Honorare aufschlagen zu wollen.

Gibt es keine Einigung in den Verhandlungen, wird in der in diesem Jahr anstehenden Vergütungsrunde wieder auf die Einmalzahlungen zurückgegriffen. Sie dienen als Kompensation für die nicht erfolgte Anhebung der tatsächlich gezahlten Honorare.

Am 31. März 2017 wollen die Gewerkschaften und die MDR-Geschäftsleitung nochmals den Versuch einer Einigung unternehmen.

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Dynamisierung für MDR – Freie

9. Dezember 2016

Intensive Diskussion – aber noch keine Lösungen!

net vornAm 08. Dezember 2016 wurden die Tarifverhandlungen der Gewerkschaften mit der Geschäftsleitung über die Dynamisierung der Effektivhonorare beim MDR fortgesetzt. Folgende Themen wurden weiter diskutiert:

„Standardisierte“ Werkshonorare, die in einem noch zu definierenden Zeitraum regelmäßig beauftragt und gleich bezahlt wurden, sollen in die Dynamisierung der Effektivhonorare einbezogen werden. Dazu wird die Geschäftsleitung des MDR einen Formulierungsvorschlag unterbreiten.

Weiterhin vom MDR abgelehnt wurde die gewerkschaftliche Forderung, den Nachhaltigkeitsfaktor aus der letzten Tarifrunde in Höhe von 4,4 Prozent als Grundlage für die Dynamisierung anzuerkennen. Dies sei politisch nicht vermittelbar, nicht finanzierbar und stelle eine Besserstellung im Vergleich zu den festen MitarbeiterInnen des MDR dar! Das Angebot des MDR lautet 2,1 Prozent für den Nachhaltigkeitsfaktor. Für die gewerkschaftliche Tarifkommission sind die Begründungen für eine „halbe Nachhaltigkeit“ nicht nachvollziehbar.

Die von den Gewerkschaften im Zusammenhang mit der Dynamisierung angesprochenen Anpassungen der BTV-Angebotsgarantie sowie der Erhöhung der Jahresverdienstgrenze im 12a-Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche freie MitarbeiterInnen will der MDR prüfen.

Zur Selbstverpflichtung des MDR zur cross- und multimedialen Honorierung freier Mitarbeiter schlägt der MDR vor, die Test- und Erprobungsphase bis zum 31.12.2017 zu verlängern, um weitere Erfahrungen zu sammeln und in dem Zeitraum über den neuen Tätigkeits- und Honorarkatalog zu verhandeln. Dabei sollen für neu verhandelte höhere Mindesthonorare ab dem 1.1.2017 rückwirkend die Differenzen nachgezahlt werden. Der MDR will dazu im Februar 2017 den Gewerkschaften erste Vorschläge für den Bereich Hörfunk übermitteln.

Der nächste Verhandlungstermin ist der 02. März 2017.

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MDR folgt Gewerkschaftsvorschlägen

17. November 2016

Am 15. November 2016 wurden die Tarifverhandlungen der Gewerkschaften mit der Geschäftsleitung über die Dynamisierung der Effektivhonorare beim MDR fortgesetzt.

Künftig werden nicht nur die tatsächlich gezahlten Schichthonorare angehoben, sondern auch die Honorare für Werkleistungen. Der jeweils vereinbarte tarifliche Aufschlag wird auf die individuellen Standardhonorare gewährt.

Für Werke, die individuell vereinbart werden, konnte noch keine Lösung gefunden werden. Der MDR will zur nächsten Verhandlungsrunde Zahlen zum Anteil der Leistungen präsentieren, die entsprechend dem aktuellen Tarifvertrag „nach Vereinbarung“ vergütet werden.

Auch in der Frage der Nachhaltigkeit hat sich die MDR-Geschäftsleitung bewegt. Den Gewerkschaften geht es um die Fortschreibung des Vergütungsabschlusses des Vorjahres in Höhe von 4,4 Prozent. Allerdings will der MDR bisher nur einen Teil der damaligen Erhöhung anerkennen. Noch keine Einigung gibt es zur Honorierung trimedialer Tätigkeiten über den 31. Dezember 2016 hinaus. An diesem Tag endet die Test- und Erprobungsphase. Die Gewerkschaften hatten zu diesem Zweck zeitlich befristet ihre Zustimmung zur Beauftragung trimedialer Tätigkeiten gegeben.

Anfang Dezember wird weiter verhandelt.

tarifblog 2015 im Rückblick

13. Januar 2016

Der/das tarifblog begleitete auch 2015 vor allem die Mitarbeiter beim MDR bei den Tarifverhandlungen. Hier eine Zusammenfassung und ein bissel Statistik.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Das Verhandlungsergebnis beim MDR in Kürze

19. September 2015

Nach neun Stunden Warnstreik wurden am gestrigen Abend in Leipzig die Verhandlungen zu einem neuen Vergütungstarifvertrag abgeschlossen. Vereinbart wurden zunächst die Eckpunkte.

Die wichtigsten Punkte des Verhandlungsergebnisses: 

Freie Mitarbeiter:

  • nachhaltige Erhöhung der Effektivhonorare, vorläufig noch in Form von Einmalzahlungen (für 2015: 2,3 % und 2016: 4,4%). Vereinbartes Ziel ist die Schaffung eines Modells zur Dynamisierung der Effektivhonorare
  • die Mindesthonorare werden zum 01.06.2015 und 01.06.2016 jeweils um 2,3 % angehoben
  • Einführung eines Honorarzuschlags an Sonntagen von 20 % des Mindesthonorars ab 01.01.2016 und Erhöhung des Honorarzuschlags an Feiertagen auf 75 % des Mindesthonorars 

Festangestellte Mitarbeiter, die unter den VTV fallen:

  • Vergütungserhöhung rückwirkend ab 01.06.2015 um 2,1 % und ab 01.06.2016 um 1,9 %. Zusätzlich erfolgen jeweils 0,2 % nachträglich als Einmalzahlung, wenn es auf ARD-Ebene eine Einigung zur Altersversorgung gibt. 

Festangestellte Mitarbeiter, die unter den BTVA (neue Altersversorgung) fallen:

  •  Vergütungserhöhung rückwirkend ab 01.06.2015 um 2,3 % und ab 01.06.2016 um 2,1 %, davon jeweils 0,2 % als Einmalzahlung.

Tarif-Info

Verhandlungsergebnis liegt vor – Warnstreik wird beendet

18. September 2015

Bei den Verhandlungen zu einem neuen Vergütungstarifvertrag für die festen und freien Mitarbeiter beim MDR gibt es ein Verhandlungsergebnis. Die Details folgen! Der Warnstreik ist beendet. Rund 250 Mitarbeiter waren heute am Standort Leipzig dem Aufruf der Gewerkschaften gefolgt. Sie haben wesentlichen Anteil am Erfolg der Verhandlungen.

Warnstreik und Tarifverhandlung beim MDR

18. September 2015

Forderungen und WünscheVielfältig sind die Wünsche und Forderungen der Mitarbeiter beim MDR. In der ebenfalls heute stattfindenden Tarifverhandlung wird vor allem um eine nachhaltige Honorarerhöhung für Freie gerungen.


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